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Blap
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Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehen: Verfasst: Mi 21. Jul 2010, 20:05 |
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Registriert: Fr 11. Jul 2008, 14:49 Beiträge: 973
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Rhea M... Es begann ohne Warnung (USA 1986, Originaltitel: Maximum Overdrive)
Die Erde gerät unter den Einfluss des Kometen Rhea M. Sehr unangenehm, denn Maschinen beginnen durchzudrehen und Menschen zu attackieren. Eine Klappbrücke wird für einige Verkehrsteilnehmer zur Todesfalle, Automaten beschiessen Menschen mit Coladosen, Rasenmäher betätigen sich als Mettgutproduzenten. Bill (Emilio Estevez) hat momentan eigentlich ganz andere Sorgen. Der ehemalige Strafgefangene arbeitet in einer Raststätte, sein Chef Mr. Hendershot (Pat Hingle) ist ein fieser Ausbeuter, Konflikte mit dem Personal sind an der Tagesordnung. Die Raststätte verfügt auch über eine Tankstelle, was sich während der "Kometenkrise" als sehr unangenehm erweisen soll. Wildgewordene Trucks ohne Fahrer belagern das Gelände, wer flüchten will wird ohne Gnade von den Höllenmaschinen überrollt. Für die anwesenden Menschlein beginnt ein Kampf ums nackte Überleben. Bill und sein Chef geraten sich immer häufiger und heftiger sich in die Haare. Doch immerhin findet der junge Mann in der Tramperin Brett (Laura Harrington), eine ehrliche, zuverlässige und schlagfertige Helferin...
Viele Stephen King Romane/Kurzgeschichten wurden verfilmt, bei "Maximum Overdrive" führte der hauptberufliche Schreiberling erstmals selbst Regie (lässt man seine Mitwirkung bei "Creepshow" (1982) unberücksichtigt). Der hier kurz vorgestellte Film ist Kings erste Regiearbeit bezüglich eines abendfüllenden Streifens. Der Auftakt gelingt dem "Anfänger" sehr gut, während einer Szene an einem Bankautomaten nimmt sich Mr. King gleich selbst kräftig auf die Schippe. Es folgen dramatische Ereignisse auf einer Klappbrücke, ebenfalls sehr unterhaltsam inszeniert, abgerundet durch liebenswerten Humor. Munter geht es weiter mit dem Automaten des Schreckens, bis uns die Reise schliesslich zur besagten Raststätte führt. King lockert die dortigen Ereignisse zunächst geschickt auf. Wir bekommen es mit einem frisch verheirateten Pärchen zu tun, das unter grösster Lebensgefahr die Raststätte erreicht. Ein kleiner Junge schlägt sich per Fahrrad bis zum Tank- und Fresstempel durch. Doch nach und nach geht dem Film ein wenig die Luft aus, King ergeht sich zu häufig in belanglosen Füllszenen, auch der Humor läuft ab und an ins Leere. An den Darstellern liegt es sicher nicht, die Damen und Herren erledigen ihre Arbeit solide. Emilio Estevez wirkt wie üblich recht unscheinbar, er passt aber gut in die Rolle des "kleinen Alltagshelden". Pat Hingle überzeugt als ätzender Fiesling, auf den Mann ist immer Verlass. Er gehört zur Riege der sehr gefragten Nebendarsteller, sein Name ist nicht sonderlich bekannt, doch jeder Filmfreund wird sein Gesicht schon häufiger gesehen haben. Weiterhin fällt das junge Ehepaar auf. Der zunächst ein wenig schüchterne Gatte wächst zum Nebenhelden heran, wärend sein Weiblein Connie (Yeardley Smith), die Schwelle zur hysterischen Nervensäge des öfteren überschreitet.
Die Sprache fällt erstaunlich grobschlächtig aus, selbst Schimanski "arschlocht" nicht dermaßen ausufernd. Die deutsche Synchronisation gefällt mir übrigens sehr gut, sie trifft den Zungenschlag des amerikanischen Originaltons auf angenehme Art. Belagerungsfilme haben bei mir immer Kredit, ergo geht "Maximum Overdrive" mit einem kleinen Sympathiebonus an den Start. King zeigt sich nicht nur bei den Dialogen aufgeschlossen für eine harsche Gangart, er klopft auch hier und da ein wenig aufs Mett. Übermäßig blutig wird es nicht, doch die entsprechenden Szenen wurden ansprechend realisiert. Leider mangelt es dem Nachwuchsregisseur ein wenig an Gespür, was die Disziplinen Tempo und Blick für das Wesentliche angeht. Zu oft lässt King sein Baby ein wenig ziellos umherschweifen. Beim Soundtrack setzt man überwiegend auf Beiträge von AC/DC. Aufgrund der Limitiertheit jener Herren aus Australien, hätte ich mir die Beteiligung weiterer Künstler gewünscht. Der Verzicht auf den üblichen "Hollywood-Streicher-Schleim" begrüße ich ausdrücklich. Doch "Rocker" Stephen King hätte gut daran getan, sich nicht nur auf Schrubber Angus samt Anhang zu verlassen. Ich will nun aber nicht krampfhaft nach Haaren in der Suppe suchen, denn für einen Erstling geht "Maximum Overdrive" durchaus in Ordnung. Die Schwachpunkte sehe ich diesem durchweg sympathischen Werk gern nach, alle Jahre wieder führe ich mir den Streifen zu Gemüte. Weitere Zuneigung sichert sich der Film durch seine angenehme Selbstironie. Diese zieht sich durch die gesamte Handlung, beginnt mit der Eröffnungszene am Geldautomaten, endet mit der erklärenden Texttafel vor Beginn des Abspanns.
Die DVD von Kinowelt ist insgesamt zufriedenstellend geraten. Beim Kauf gilt es zu beachten, der gekürtzen Scheibe mit FSK 16 Freigabe die kalte Schulter zu zeigen. Die ungekürzte Fassung ohne Jugendfreigabe ist ebenfalls für kleines Geld zu bekommen, z.B. für 6.98€ im Shop der OFDB (der übrigens ab 20€ Bestellwert ohne Versandkosten verschickt).
Für diesen liebenswerten Film möchte ich 6,5/10 (oberste Mittelklasse) in die Waagschale werfen. Es sei aber darauf hingewiesen, dass diese Bewertung einen kleinen Fanbonus beinhaltet. Skeptiker könnten durchaus zu einem weniger freundlichen Ergebnis gelangen.
Lieblingszitat:
"...und wenn du deine Finger nicht von meinem Bein nimmst, dann wirst du dir den Arsch das nächste Mal mit einem Haken abwischen!"
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 Sexual-Terror der entfesselten Sofakartoffel (mehligkochend)
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Blap
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Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehen: Verfasst: Fr 23. Jul 2010, 00:00 |
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Registriert: Fr 11. Jul 2008, 14:49 Beiträge: 973
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Carrie (USA 1976, Originaltitel: Carrie)
Eigentlich möchte Carrie White (Sissy Spacek) das ganze normale Leben eines Teenagers leben. Doch ihre Mutter Margaret (Piper Laurie) ist von religiösen Wahnvorstellungen zerfressen, drangsaliert ihre Tochter psychisch und physisch bis aufs Äusserste. Als Carrie nach dem Schulsport unter der Dusche steht, bekommt sie zum ersten Mal ihre Monatsblutung, auf die sie -mangels Aufklärung- panisch reagiert. Ihre Mitschülerinnen machen sich lustig über das völlig verängstigte Mädchen, das wegen seiner scheinbaren Seltsamkeit sowieso stets zum Opfer von Spott und Hohn wird. Zuhause angekommen setzt sich der Terror fort, Mutter Margaret wirft ihrer Tochter sündige Gedanken für, die Blutung wäre die Strafe dafür, ein Zeichen des Herrn. Immerhin findet Carrie in der Lehrerin Miss Collins (Betty Buckley) eine Fürsprecherin, die dem Teenager ein wenig Mut und Selbstbewusstsein vermittelt. Darüberhinaus ist Miss Collins fest dazu entschlossen, die Übeltäterinnen für die Aktion im Umkleideraum zu bestrafen. Es setzt Nachsitzen in Form von Sportunterricht, wer sich weigert, wird vom anstehenden Abschlussball ausgeschlossen. Bei Sue (Amy Irving) meldet sich das schlechte Gewissen, sie gehörte zu den Peinigerinnen, will Carrie nun aber eine Freude bereiten. Sie überredet ihren Freund Tommy (William Katt) dazu, die geknechtete Carrie zum Abschlussball zu begleiten. Nach anfänglicher Skepsis willigt Carrie ein, sie näht sich ein hübsches Kleid, überwindet sogar den Widerstand ihrer irren Mutter. Doch während Sue endlich verstanden hat, steht der verwöhnten Göre Chris (Nancy Allen) der Sinn nach Rache. Mit der Hilfe ihres stumpfsinnigen Freundes Billy (John Travolta), bereitet sie eine "Überraschung" für Carrie vor. Keiner der auf dem Ball anwesenden Schüler oder Lehrer ahnt, dass Carrie über telekinetische Kräfte verfügt, die bei Aufregung gewaltige Ausmaße erreichen können...
Erst landete mit "Femme Fatale" eine Regiearbeit von Brian De Palma in meinem Player. Einen Tag später gab es mit "Rhea M" eine Stephen King Verfilmung, bei der King selbst auf dem Regiestuhl Platz nahm. Nun führt der lange vor diesen Streifen entstandene "Carrie", die Regiekünste De Palmas, mit einer Erzählung von Stephen King zusammen. Das Ergebnis beeindruckt mich auch nach vielen, vielen Jahren immer wieder, der Film ist meiner Meinung nach sogar im Laufe der Jahrzehnte gewachsen. "Carrie" schildert zunächst recht ausführtlich die Probleme eines Mädchens, das auf der Schwelle zur Frau steht, aber mit gigantischen Widerständen und Widersachern zu kämpfen hat. Das grösste Problem ist die eigene Mutter, die -zerfressen vom religiösen Irrsinn- der Tochter das Leben zur Hölle auf Erden macht. Alles ist Sünde, das Verderben, der Satan höchstpersönlich, lauern laut Mutter White hinter jeder Ecke, jeder Gedanke könnte eine unverzeihliche Sünde sein. Verstört durch diese kranken Ansichten und Auswüchse, kommt Carrie in der Schule nicht mit ihren Mitschülerinnen zurecht, die immer wieder über das wehrlose Mädchen herfallen, wie ein gieriges Rudel Hyänen tun würde. Als Carrie sich energisch aus dem Joch ihrer Mutter zu befreien beginnt, werden ihr die Rachegelüste einer Mitschülerin zum Verhängnis. De Palma lässt seine Hauptfigur leiden, sie sanft den lieblichen Nektar der Glückseligkeit kosten, um sie dann ohne Gnade in die tiefsten Abgründe menschlichen Elends zu stürzen. Gruselstimmung macht sich von Anfang an breit, doch diese ist eher als unterschwellige, lauernde Bedrohung präsent. Wenn Carrie von ihrer Mutter drangsaliert wird, sich nach und nach ihrer besonderen Kräfte bewusst wird, kocht die Bedrohung kurz auf, nur um gleich wieder unter der trügerischen Stille der Oberfläche zu verschwinden. Vordergründig betrachtet scheint De Palma nicht allzu schwelgerisch zu inszenieren, doch tatsächlich setzt der Regisseur die Ausrufezeichen immer genau zum perfekten Zeitpunkt. Beim Schulball steigert sich die Spannung ins Unermessliche, um sich schliesslich in einem grausigen Inferno zu entladen. De Palma setzt seine geliebten Stilmittel Split Screen und Zeitlupe mit traumwandlerischer Sicherheit ein, besonders die Zeitlupe zerrt an den Nerven des Zuschauers, lässt die Sinne schnurstracks ins Zentrum des Hölle rasen. Selten sorgte der ausufernde Einsatz der Zeitlupe, für eine derartig hohe Herzfrequenz!
Was Brian De Palma hier geleistet hat, lässt mich voller Ehrfurcht auf die Knie sinken. Doch die Schauspieler sollen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, denn sie tragen mit phantastischen Leistungen zum Gelingen des Werkes bei. An erster Stelle muss selbstverständlich die Hauptdarstellerin Sissy Spacek genannt werden. Sie durchlebt -wie der Zuschauer- einen unfassbar intensiven Trip, raus aus der heimischen Hölle, kurz in den Himmel der Glückseligkeit, nur um tiefer als jemals zuvor zu fallen. Spacek war während der Dreharbeiten bereits ein paar Jahre zu alt um einen Teenager zu spielen, doch dies trifft nur auf Papier zu. Durch ihre wenig frauliche Figur, und die gute Arbeit der Maskenbildner, nimmt man Spacek die Rolle auch optisch jederzeit ab. Ihre Leistung ist zu jeder Sekunde von äusserster Intensität. Verstört, verschüchtert und gepeinigt, plötzlich von der Hoffung auf ein besseres Leben ergriffen, zeigt sie sich energisch, kämpferisch, aufgeladen mit positiver Energie. Diese positive Energie kehrt sich nach dem "Anschlag" um, verwandelt die junge Frau in eine rasende Bestie, die trotzdem eine bizarr-ruhige Souveränität austrahlt, geprägt von beängstigender Präzision und Kälte. Auf ähnlich hohem Niveau spielt auch Piper Laurie, der man die fehlgeleitete Fanatikerin ebenso fraglos abnimmt. Amy Irving war noch mehrfach in Filmen De Palmas zu sehen. In "The Fury" (Teufelskreis Alpha, 1978) war sie mit ungewöhnlichen Kräften "gesegnet", Telekinese spielte auch dort eine wichtige Rolle. Nancy Allen gibt das "böse Mädchen", sie heiratete De Palma und war ebenfalls in weiteren Filmen ihres Gatten zu sehen ("Dressed to Kill", 1980 und "Blow Out", 1981). Die Rolle der verdorbenen Göre steht ihr gut zu Gesicht, der junge John Travolta unterstützt sie als notgeiler Dummbatz vortrefflich. Wenig später sollte er als Tanzmaus seinen grossen Durchbruch feiern, aber das ist eine andere Geschichte. Der "gute Junge" William Katt ist Horrorfreunden sicher durch "House" (1986) in Erinnerung. Betty Buckley als engagierte Lehrerin soll nicht unerwähnt bleiben, sie fügt sich -wie sämtliche Nebendarsteller- sehr gut in das Geschehen ein.
"Carrie" funktioniert nicht nur als Horrorbeitrag. Der Film prangert blinden Fanatismus an, rückt Ignoranz und Boshaftigkeit zu Leibe, doch De Palma erspart uns glücklicherweise den erhobenen Zeigefinger. Ebenfalls erspart bleibt dem dankbaren Zuschauer ein kitschiges Ende, denn "Carrie" bleibt bis zur letzten Sekunde konsequent, gnadenlos und intensiv. Ein sehr gutes Drehbuch in den Händen eines talentierten Regisseurs, dazu eine traumhaft gute Besetzung, fertig ist der zeitlose Klassiker! Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie der Film bei der ersten Sichtung auf mich wirkte. Es war leider nicht im Kino, ich sah "Carrie" erst Mitte der achtziger Jahre auf Video, doch ich war bereits damals extrem fasziniert. Die letzte Szene liess mich vor Schreck aus dem Sofa springen, so nah ist man dem ersten Infarkt nicht alle Tage. "Carrie" sei auch Filmfreunden ans Herz gelegt, die sich sonst eher weniger für Horror begeistern können, diese Perle sollte sich niemand entgehen lassen!
Mir liegt "Carrie" als ältere DVD Auflage vor. Das Bild wird dem Werk nicht ganz gerecht, eine anamorphe Abtastung glänzt durch Abwesenheit. Es gibt seit einiger Zeit verbesserte Ausgaben. Die bereits 2004 veröffentlichte "Gold Edition", bietet neben dem besseren Bild auch diverse Boni. Die momentan erhältliche "Standard Ausgabe", kommt zwar dünn ausgestattet daher, sollte aber "technisch" mit der "Gold Edition" übereinstimmen (Falls dem nicht so ist, bitte ich um entsprechende Ergänzung). Die Scheibe gibt es zum kleinen Preis, doch im Grunde ist dieser Schatz sowieso unbezahlbar. Kaufpflicht!
De Palma gelang mit "Carrie" ein Meisterstück! 9/10 (überragend) sind in diesem Fall angebracht!
Lieblingszitat:
"Dies sind gottlose Zeiten, Mrs. Snell!" "Darauf trinke ich!"
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 Sexual-Terror der entfesselten Sofakartoffel (mehligkochend)
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Blap
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Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehen: Verfasst: So 25. Jul 2010, 01:54 |
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Registriert: Fr 11. Jul 2008, 14:49 Beiträge: 973
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Missing in Action 2: The Beginning (USA 1985, Originaltitel: Missing in Action 2: The Beginning)
Der Vietnamkrieg ist seit rund zehn Jahren beendet. In den USA schwingt der wirre Ronald grosse Reden. Doch auf die etlichen US-Soldaten, auf deren Akten der Stempel "Missing in Action" prangt, kacken Politik und Diplomatie. Seit zehn verdammten Jahren harren Colonel James Braddock (Chuck Norris) und ein paar andere Gefangene in einem Gefangenenlager aus, in dem der extrem perverse Sadist Colonel Yin (Soon-Tek Oh) ein teuflisches Regime führt. Erniedrigung und Folter sind an der Tagesordnung, wenn es dabei nur auf die Fresse gibt, kann man sich durchaus glücklich schätzen. Der wahnsinnige Yin will von Braddock ein Geständnis erpressen, er soll sich als Kriegsverbrecher outen. Braddock zeigt dem Vietcong-Spinner beständig die kalte Schulter, was den gelben Satan ebenso beständig zur Weissglut (Gelbglut?) treibt. Eines Tages überspannt Yin den Bogen endgültig, Braddock nutzt die Gelegenheit zur Flucht. Doch einen Colonel James Braddock fordert man nicht ungestraft heraus. Braddock macht sich nicht einfach aus dem Staub. Braddock will Rache, es kann nur Einen geben...
In Deutschland verpasste man dem zweiten "Missing in Action" Streifen den Untertitel "Die Rückkehr". Dies ist ein wenig irreführend, denn hier wird nicht die Handlung des Vorgängers fortgesetzt, sondern die Geschichte davor erzählt. Heute nennt man das in neudenglischer Sprache ein Prequel, dies nur der Vollständigkeit halber. Die erste Hälfte des Films funktioniert nach der liebenswerten Foltercampmasche. Die Fronten sind von der ersten Sekunde an klar. Auf der einen Seite die geknechteten, aufrechten US-Soldaten, allen voran unser Chuck, der mit Stacheldraht und Napalm gurgelt. Auf der dunklen Seite der Macht die fiesen Vietcong, allen voran Soon-Tek Oh, der vermutlich kleine Kinder zum Frühstück verspeist und heimlich Popel frisst. Ach ja, es gibt da noch den ambivalenten Charakter, in Form eines US-Soldaten, der sich freiwillig unter die Knute des Dschungeldespoten begeben hat. So eine feige Sau, so ein verdammter Verräter! Immerhin reisst er sich letztlich doch zusammen, aber ich will den Spoiler nicht auspacken. Zunächst wird also fleissig gequält, Chuck schaut dabei zornig in die Grinsefratze seines Feindes Soon-Tek Oh. In der zweiten Hälfte dreht man an der Actionschraube, Meister Norris darf aufs Gaspedal treten. Er kloppt, tritt und ballert den Schurken die fiesen Seelen aus den faulen Leibern, Fratzengeballer bis die Schwarte kracht. Der Flammenwerfer kommt zum Einsatz, er fordert zunächst Opfer bei den "Guten", doch selbstverständlich dreht Braddock den Spiess (haha!) um.
Da fällt mir gerade noch ein interessantes Detail ein. Der fiese Vietcong handelt "heimlich" mit Drogen, ein fieser Franzose greift ihm dabei unter die Arme. Tja, wer Frösche verspeist, der hält seinen Arsch auch für die gelbe Gefahr hin (Contenance! Wohl nicht mehr alle Latten am Zaun???). Bevor ich nun völlig aus dem Rahmen falle, will ich lieber flott zum Fazit kommen. Bekanntlich liebe ich den Cannon Stoff, was wäre der Actionfilm der achtziger Jahre ohne Cannon? Na? Na klar, völlig undenkbar! Chuck Norris gehörte zu den gefragtesten Helden dieser Zeit, allein "Missing in Action" brachte es auf insgesamt drei Teile. Mir gefällt das Prequel sogar noch ein wenig besser als der Auftakt, irgendwie erscheint hier alles noch ein wenig abgefahrener. Wie es sich für einen Cannon Actioner gehört, gibt es denkwürdige Dialoge auf die Ohren, gekrönt durch gut inszenierte Action. Man beschränkt sich diesmal nicht auf Prügel und Geballer, denn diverse Folterspielchen runden das wüste Treiben geschmackvoll ab. Chuck stülpt man einen Sack über den Schädel, in den man zuvor eine blutgierige Ratte gestopft hat. Ein Blutbad ist die Folge, kein Nager sollte sich mit Herrn Norris anlegen! Also: Wer die Cannon Produktionen liebt, der wird auch bei "Missing in Action 2" voll auf seine Kosten kommen.
Bisher wurde der Film in Deutschland nicht auf DVD veröffentlicht. Zumindest nicht offiziell, ein Bootleg ist seit einiger Zeit über die einschlägigen Wege zu bekommen. Îch habe zur britischen DVD von MGM gegriffen. Die deutsche Synchonisation ist auf dieser Scheibe nicht vorhanden, doch in diesem Fall kann ich sehr gut mit dem launigen Originalton leben. Die DVD ist üblicher MGM-Standard, gute Bildqualität, aber keinerlei Boni für den Fan. Der Preis fällt sehr moderat aus, daher kann man mit der Nichtausstattung leben.
7,5/10 (Gut bis sehr gut) Der Wohlfühlfaktor sprengt (wie so oft) die Skala, denn ich liiiebe diesen Stoff wirklich von ganzem Herzen!
Merke: Wer Ratten zum Frühstück geniesst, dem eitern Granatensplitter im Eiltempo aus dem Arsch!
Lieblingszitat:
"What's the matter, my friend? You look a little nervous."
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Blap
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Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehen: Verfasst: Mo 26. Jul 2010, 21:29 |
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Registriert: Fr 11. Jul 2008, 14:49 Beiträge: 973
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Yukon (USA 1981, Originalititel: Death Hunt)
Kanada im Winter 1931/32. Der schweigsame Albert Johnson (Charles Bronson) unterbricht beherzt in einen widerwärtigen Hundekampf. Er nimmt das unterlegene Tier an sich, wirft dem erzürnten Besitzer namens Hazel (Ed Lauter) eine großzügige "Entschädigung" hin. Hazel ist stinksauer, er beschwert sich bei Sergeant Edgar Millen (Lee Marvin), dem örtlichen Gesetzeshüter. Millen verspürt wenig Lust der Sache nachzugehen. Momentan ist er damit beschäftigt seinen neuen Mitarbeiter Alvin Adams (Andrew Stevens) zu formen. Der junge und dynamische Mountie, tut sich noch ein wenig schwer mit den eigenwilligen Gepflogenheiten, die im winterlichen Hinterland Kanadas vorherrschen. Ätzschädel Hazel scharrt derweil ein Häuflein Handlager um sich, er will auf eigene Faust mit Johnson abrechnen. Doch anstatt den Eigenbrötler locker aufzumischen, erleben die Schurken eine böse Überraschung, es kommt zu einer blutigen Schiesserei. Zurück im Ort nervt Hazel erneut Millen, der sich nun tatsächlich dazu genötigt sieht, sich mit der unseligen Angelegenheit zu befassen. Millen, Adams, Hazel und einige andere Gestalten, machen sich entschlossen auf den Weg zum kleinen Anwesen des widerspenstigen Trappers. Millen sucht zunächst das Gespräch mit Johnson, aber ein schiesswütiger Vollidiot lässt die Verhandlungen scheitern, der bedrängte Johnson tötet mehrere Angreifer. Zur Herbeiführung der endgültigen Lösung, schreckt man selbst vor dem Einsatz von Dynamit nicht mehr zurück. Freudige Erregung macht sich im Kreise der Häscher breit, als sich die jämmerlichen Überreste der Trapperhütte vor ihren Augen offenbaren. Doch die Burschen haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht, eine Jagd auf Leben und Tod nimmt ihren erbarmungslosen Lauf...
Zwei der "Grossen Alten" gemeinsam vor der Kamera. Im Klassiker "Das dreckige Dutzend" (The Dirty Dozen, 1967), war Charles Bronson noch als Untergebener von Lee Marvin am Start, in "Death Hunt" begegnen sich die Stars auf Augenhöhe. Obwohl Bronson vor Marvin flüchtet, sind sich die von ihnen gespielten Charaktere sehr ähnlich. Grantige Dickschädel, die das Herz am rechten Fleck haben. So nimmt der "Jäger" Lee Marvin dann auch nur widerwillig die Fährte des vermeintlichen Killers auf, von Hazel und dessen Speichelleckern zeigt er sich angewidert. Lee Marvin kommt im Vergleich zu Charles Bronson schon fast redselig daher, denn Bronson ist über weite Stellen des Filmes alleine unterwegs, selbst in Gesellschaft redet er nur die allernötigsten Worte. Die kantigen Hauptdarsteller passen absolut perfekt in ihre Rollen, dem Zuschauer wird es dabei sehr leicht gemacht, gleich beide Charakterköpfe ins Herz zu schliessen. Dies ist keinesfalls von Nachteil, denn an Unsympathen mangelt es freichlich nicht. Allen voran Ed Lauter, der -wie nicht anders zu erwarten- eine sehr souveräne Vorstellung abliefert. Lauter gelang nie der grosse Durchbruch zum Topstar, er ist aber bis in die heutige Zeit ein sehr gefragter Darsteller. Egal welche Figuren er spielt, der Mann ist immer eine sichere Bank. Zwei übermächtige Hauptakteure, ein herrlich abstossender Fiesling, keine leichte Aufgabe für die restliche Besetzung, die sich aber durchaus achtbar aus der Affaire zieht. Andrew Stevens hielt seine Milchzahngesichtsruine z.B. bei "Teufelskreis Alpha" (The Fury, 1978) vor die Kamera, überzeugte in dem starken Gruselthriller von Brian De Palma. Als junger Polizist ist er gut besetzt, genau eine solch glatte Person ist an dieser Stelle gefragt. Carl Weathers kennt man als Gegenspieler des Box-Underdogs Rocky, der später zum Freund des Faustmeisters wurde, um schliesslich im vierten Rocky Aufguss Dolph Lundgren vor die Fäuste zu taumeln. Ebenso unvergessen seine Mitwirkung in "Predator" (1987). Nicht zu vergessen "Action Jackson" (1988), in dem er sich mit Craig T. Nelson plagen muss. Dieses Mal gibt er ein aufrechtes Helferlein des Gesetzes, darf sich mehr trinkfest denn schlagfertig präsentieren. Frauen spielen hier nur am Rande eine Rolle. Angie Dickinson gibt sich die Ehre, versucht dem knurrigen Lee Marvin ein wenig Lebensfreude einzuhauchen.
"Death Hunt" kann mit einer starken Besetzung auftrumpfen. Sicher, die Charaktere sind nicht ausufernd tief gezeichnet, doch dank der starken Persönlichkeit der jeweilgen Schauspieler, wirken die Figuren nie wie blutleere Abziehbilder. Der Plot kommt mit ein paar gelungenen Ausritten daher. Es gibt einen Handlungsstrang, der sich mit einem Serienkiller befasst, auf den ich wegen akuter Spoilergefahr aber nicht weiter eingehen kann. Ferner taucht ein arroganter Pilot auf, der im festen Glauben ist, dass sich das "Fussvolk" nicht ansatzweise mit seiner Leistungsfähigkeit messen kann. Mit seinen rund 93 Minuten Laufzeit, ist der Film keine Sekunde zu lang geraten. Ständig bleibt es spannend und äusserst unterhaltsam, Hänger sind nicht auszumachen. Für einen Streifen dieser Art, überraschen die teils blutigen Tode diverser Mitwirkender. Da man "Death Hunt" auch als eine Art "Spätwestern" bzw. "Abgesang auf den Western" verstehen kann, drängt sich der Vergleich mit den Werken von Sam Peckinpah auf. In diese Liga kann der Film aber nicht vorstossen. Weder die Besezung noch das gute Drehbuch verhindern den Sprung an die Spitze. Peter R. Hunt hat als Regisseur einfach nicht die Klasse eines Sam Peckinpah, dazu ist seine Art der Inszenierung zu konventionell. Bitte versteht mich nicht falsch, Hunt ist auf gar keinen Fall ein schlechter Regisseur. Immerhin geht mit "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" (On Her Majesty's Secret Service, 1969) einer meiner liebsten Bond-Filme auf sein Konto. Mit Charles Bronson in der Hauptrolle, drehte er 1987 den liebenswerten Actionthriller "Der Mordanschlag" (Assassination). Sicher kein Klassiker, aber ein Film, den ich mir alle paar Jahre gern erneut anschaue. Der einzige echte Schwachpunkt von "Death Hunt", ist meiner Meinung nach die etwas zu biedere Kameraarbeit. "Schwachpunkt" ist zu harsch formuliert, doch ich hätte mir ein wenig mehr Pracht und Grösse bei der Bildkomposition gewünscht. Die Kamera ist meist sehr nah bei den Akteuren, die wundervolle Landschaftskulisse wird zwar nicht abgewürgt, aber sie hätte mehr Raum zur Entfaltung verdient. Dem Gesamteindruck wäre dies sicher zuträglich gewesen. Man es realisieren können, ohne die Handlung in negativer Weise zu beeinträchtigen. Im Gegenteil, die Atmosphäre wäre dadurch noch intensiver geraten.
Die Kritikpunkte an "Death Hunt" sind Klagen auf gutem Niveau, der Unterhaltungwert des Streifens ist und bleibt unbestritten hoch! Der Mix aus Spätwestern, Abenteuer, Thriller und Action geht auf. Die "Westernschlagseite" ist nicht übermächtig, wer sonst mit dem Genre nichts anfangen kann, sollte dem Film trotzdem eine Chance geben. Koch Media hat sich dieser Perle angenommen, die DVD wurde unter dem deutschen Titel "Yukon" veröffentlicht. Das Bild erfreut mit sehr schöner Qualität, neben der deutschen Synchronisation, ist der englische Originalton an Bord, zusätzlich gibt es eine italienische Tonspur. Die Bonusabteilung bietet einen deutschen und einen amerikanischen Trailer an. Eine Bildergalerie, sowie ein altes Radiointerview mit Charles Bronson und Lee Marvin sind dort ebenfalls zu finden. Auf ein Booklet oder einen Schuber muss man verzichten. Schade, in dieser Hinsicht kennt man liebevoller aufgemachte DVDs aus dem Hause Koch. Der Film -und dies ist und bleibt entscheidend- liegt ungekürzt und in erstklassiger Qualität vor, ergo muss ich die Scheibe jedem interessierten Fan mit Nachdruck ans Herz legen!
Bronson und Marvin, Schnee und Eis, vier- und zweibeinige Hunde auf der Jagd. Was will man mehr? Guter bis sehr guter Stoff = dicke 7,5/10!
Lieblingszitat:
"Also du hast einen Blick, der macht aus Whiskey saure Pisse."
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Blap
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Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehen: Verfasst: Di 27. Jul 2010, 23:07 |
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Das As der Asse (Frankreich, Deutschland 1982, Originaltitel: L'as des as)
Das Deutsche Reich richtet die Olympischen Sommerspiele 1936 aus. Jo Cavalier (Jean-Paul Belmondo) trainiert das französische Boxteam, die Sportler reisen mit dem Zug nach Berlin. Auf der Reise wird Jo von einem kleinen Jungen angesprochen, der gern ein Autogramm von ihm haben möchte. Der Knabe namens Simon Rosenblum (Rachid Ferrache) will zu seiner Familie nach Berlin, er lebt dort bei seinem Onkel, denn seine Eltern sind seit einiger Zeit tot. Bereits im Zug haben Nazischergen ein Auge auf das jüdische Kind geworfen. Am Berliner Bahnhof fällt der Junge erneut dem flotten Jo auf, der den Kurzen per Taxi nach Hause bringen will, weil dessen Familie ist nicht am Bahnhof auftaucht. In der Buchhandlung der Familie Rosenblum wütet derweil eine kleine Gruppe der Gestapo, mit denen sich der schlagfertige Franzose eine wüste Schlägerei liefert. Obwohl er es zunächst leugnet, geht Jo das Schicksal von Simon und dessen Verwandtschaft zu Herzen. Die Familie des Jungen ist inzwischen aufgetaucht, Jo versteckt sie zunächst im Hotel seiner Mannschaft. Die Familie soll sich nach Österreich absetzen, das zu diesem Zeitpunkt noch nicht dem Deutschen Reich angegliedert war. Bis zur Grenze ist es ein weiter Weg. Immerhin kann man auf die Hilfe des deutschen Generals von Beckmann (Frank Hoffmann) zählen. Jo schloss während des Ersten Weltkriegs Freundschaft mit dem Deutschen, obwohl sich die beiden zunächst als Piloten einen harten Kampf in der Luft lieferten. Die unfreiwillige Reise führt Jo und die Rosenblums auf bizarre Art und Weise bis in die Höhle des Löwen, auf Hitlers Berghof trifft man den Diktator höchstselbst an...
Belmondo, ewiger Draufgänger und Schwerenöter. Dieses hübsch ausgestattete Abenteuer entführt den Zuschauer in die Zeit kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, als schlagkräftiger Boxtrainer muss sich der Franzose mit allerlei Nazigesindel plagen. "Das As der Asse" zeigt das Deutschland dieser Zeit aber zur Abwechslung nicht als Hölle auf Erden, sondern man trifft hier auch auf sympathische Deutsche, Hohn und Spott wird in erster Linie über die Nazis ausgeschüttet (Dass Hitler sowieso kein Deutscher war, sollte der Allgemeinheit bekannt sein. Der irre Zwerg entstammt einem kleinen Bergvolk, welches gern jede Verbindung zum Seitenscheitel des Grauens abstreitet). Der Mix aus Komödie, Abenteuer und Action ist gut gelungen, auch wenn mir der Hundeblick des kleinen Rachid Ferrache, ab und an ein wenig auf die Nerven ging. Belmondo und die übrige Besetzung wetzen diese Scharte aber gekonnt aus. Der Actionheld präsentiert sich in guter Spiellaune, hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen, schenkt seinen Gegenspielern kräftig mit den Fäusten ein. Frank Hoffmann stellt den "guten Deutschen" dar, der aus seiner Abneigung gegen Hitler kaum einen Hehl macht, aber trotzdem von einem gewissen Pflichtgefühl gepeinigt wird. Der "böse Deutsche" wird von Benno Sterzenbach herrlich launig gegeben, als Offizier der Gestapo lässt er kein Klischee aus, für diverse Lacher ist gesorgt. Für die meisten Brüller sorgt allerdings Günter Meisner, der in einer Doppelrolle als Adolf Hitler und dessen (Halb)Schwester Angela zu sehen ist. Seine Darbietung als "Führer" ist herrlich überdreht, entlarvt die unfassbare Dummheit des Originals, besser kann man eine Karikatur kaum karikieren. Marie-France Pisier hält die Fahne der Damenmannschaft hoch. Sie überzeugt als ein wenig undurchsichtige Journalistin, hat es aber schwer gegen die dominaten Herren zu bestehen, obwohl ihre Rolle sehr selbstbewusst anlegt wurde.
An der Optik des Werkes gibt es nichts zu bemängeln. Egal ob Zugfahrt, Szenen im nächtlichen Berlin, diverse Flugzeugeinlagen, ein Trip durch Bayern, sowie schliesslich der Berghof des Despoten, die Kulissen sind immer ansprechend gestaltet, die Kamera immer richtig positioniert. Der Humor wirkt längst nicht so platt und peinlich, wie es in heutigen Mainstream-Komödien an der Tagesordnung ist. Das Finale setzt dem grotesken Treiben schliesslich die Krone auf, woran Günter Meisner einen nicht unerheblichen Anteil trägt. Lediglich die Szenen mit dem Bengel -ich erwähnte es bereits weiter oben- sind mir ein wenig zu schmalzig geraten, aber dieser Mangel kann den Spass nicht nachhaltig verderben. "Das As der Asse" zählt sicher nicht zu meinen persönlichen Lieblingsfilmen mit Jean-Paul Belmondo. Streifen wie "Angst über der Stadt" (Peur sur la ville, 1975) und "Der Greifer" (L'alpagueur, 1976) sind eher meine Spielwiese, doch auch eine feine Komödie wie "Das As der Asse", möchte ich in meiner kleinen Sammlung nicht missen. Die DVD von Universum kommt in recht ordentlicher Qualität daher, leider gibt es lediglich diverse Trailer als Boni. Wichtiger ist allerdings, dass der Film ungekürzt und im richtigen Format vorliegt. Es gibt die Scheibe einzeln, alternativ als Set zusammen mit:
- Ein irrer Typ - Der Puppenspieler - Der Boss - Musketier mit Hieb und Stich
Das Set ist leider ein wenig unbefriedigend, denn "Der Boss" und "Der Puppenspieler" kommen gekürzt ins Haus. Ich rate daher zu den Einzel-DVDs, die teils für sehr kleines Geld erhältlich sind.
"Das As der Asse" ist mir solide 7/10 (gut) wert. Wer Belmondo mag und bei Komödien nicht sofort die Flucht ergreift, sollte sich die DVD in die Sammlung stellen.
Lieblingszitat:
"Richtiger Mist zieht mich an wie die Fliegen. Da kann ich nicht widerstehen, da muss ich reinspringen."
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Lin Shao Yu
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Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehen: Verfasst: Mi 28. Jul 2010, 16:43 |
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Registriert: Sa 12. Apr 2008, 13:22 Beiträge: 2623 Wohnort: Winsen bei Hamburg
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"Fimpen" S; 1974 Der kleine Johan (Johan Bergman), 6 Jahre alt..., ist ein begeisterter Fußballer. Der Kleine geht nicht gerade gerne zur Schule..., die meiste Zeit verbringt er auf dem Bolz-Platz...! Mackan (Magnus Härenstam) ist der Torjäger von Hammarby IF und der schwedischen Nationalmannschaft, in Schweden stolz die "BlaGuld" genannt! Mackan spielt mit den Kindern..., und Johan genannt Fimpen (das schwedische Wort für: Stummel), trickst den Profi unbekümmert aus...! Mackan verfällt daraufhin in tiefste Depression! Fimpen wird nunmehr von Hammarby IF, einem Club der Allsvenskan Elitserien, der höchsten Liga im schwedischen Fußball, engagiert..., und sorgt dort für sagenhafte Furore...! Nunmehr wird der schwedische National-Trainer Georg "Aby" Eriksson auf Fimpen aufmerksam! Die Qualifikation für den WorldCup 1974 in der Bundesrepublik Deutschland steht an..., und Eriksson braucht dringend einen Stürmer...! Die Nationalmannschaft Schwedens kommt dank Fimpen in die Erfolgsspur....! In Moskau steht der entscheidende Show-Down an....! Kann es Schweden zum WorldCup nach Deutschland schaffen....? Die Sowjets führen schnell 2:0...., da wird Fimpen eingewechselt.............. Was für ein wunderbarer Film-Spaß..., das war Klasse! Johan Bergman..., Fimpen..., 6-jährig..., er spielt zwar etwas verschüchtert.., doch auf dem Feld ist er unbekümmert und einfach nur klasse. Dieser schwedische Film..., er ist einfach nur unterhaltend..., auch einfühlsam..., und schön! Natürlich wirken die Sport-Szenen schon sehr gestellt (ein kleines Kind trickst erwachsene Fussballer aus)...., doch sieht man darüber hinweg..., weil alles so herrlich putzig gemacht ist..., mir und Gattin gefiel´s..., das war ein wunderbarer Abend! Was "Fimpen" aber auch so ansehnlich, symphatisch und witzig macht, ist, dass damalige Superstars des schwedischen Fussballs sich selbst spielen...! Und auch Trainer Georg "Aby" Eriksson spielt sich selbst..., und das sieht richtig echt aus....! Damals hatte die "BlaGuld" wohl ihre beste Zeit..., ihr bestes Team.... Allen voran und auch alle im Film sich selbst darstellend...., Ove Kindvall..., Björn Nordquist...., der Goalie Ronnie Hellström..., Roland Sandberg, Ove Grahn...., und Superstar Ralf Edström! Ralf Edström ist auch in diesem folgenden kleinen Ausschnitt aus dem herrlichen Film zu sehen..., der Mann mit den dunklen Haaren..... "Fimpen"...., ein herrlich symphatischer Film...., 8/10...! Die schwedische DVD hat auch englische Texte.... Ein Ausschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=yjzi4VUcix4Die schwedische Mannschaft schaffte es tatsächlich zum WorldCup 1974 in Deutschland...., und Ralf Edström wurde zu Schrecken der DFB-Auswahl...., hier Ralf Edström in "realer" Aktion....., 1974 gegen BRDeutschland...: http://www.youtube.com/watch?v=53PhRbbH ... re=relatedOlli
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Blap
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Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehen: Verfasst: Mi 28. Jul 2010, 21:55 |
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Registriert: Fr 11. Jul 2008, 14:49 Beiträge: 973
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Mein Bruder Kain (USA 1992, Originaltitel: Raising Cain)
Carter (John Lithgow) ist ein liebevoller Vater und Ehemann. Damit er sich intensiver um seine kleine Tochter kümmern kann, gönnt sich der Psychologe eine Auszeit vom Berufsleben. Seine Gattin Jenny (Lolita Davidovich) sorgt derweil für das Familieneinkommen, doch nach und nach keimen Zweifel in Jenny auf. Carter umsorgt das gemeinsame Kind nicht nur, er scheint das kleine Mädchen regelrecht zu analysieren. So gibt es anstatt des üblichen und bewährten Babyphones, einen unmäßig anmutenden Überwachungsmonitor im elterlichen Schlafzimmer. Als Jenny auf ihren Ex-Lover Jack (Steven Bauer) trifft, kocht die alte Leidenschaft in ihr hoch. Während sich die frustrierte Ehefrau in einen Taumel aus Lust und Leidenschaft stürzt, versinkt die Welt ihres Gatten im totalen Chaos und Irrsinn. Es kommt zu Todesfällen und Entführungen, bald befindet sich auch Jenny in grösster Gefahr, ebenso wie ihre kleine Tochter. Können die Polizisten Terri (Gregg Henry) und Cully (Tom Bower) den Fall lösen, kann ihnen die todkranke Psychologin Dr. Waldheim (Frances Sternhaben) hilfreich zur Seite stehen...???
Was mit der Hauptfigur Carter los ist, verrät uns Brian De Palma schon nach wenigen Minuten. John Lithgow spielt einen schwer gestörten Mann, der unter einer Multiplen Persönlichkeitsstörung zu leiden hat. Interessanter ist die Erkenntnis, zu welchen Taten die unterschiedlichen Persönlichkeiten fähig sind. Vor allem aber die Antwort darauf, wer für die Erkrankung Carters verantwortlich ist, und was die Motive dieser Person sind. Auch dies lässt sich schnell ermitteln, wodurch der Film aber keinesfalls weniger packend ausfällt. Bei Brian De Palma steht die Form bekanntlich oft über dem Inhalt. Der Regisseur zitiert hier fleissig aus seinen eigenen Werken, verneigt sich vor Hitchcock (zitiert sich also gleich doppelt und dreifach). Es gibt sicher Filme von De Palma, die optisch opulenter geraten sind, doch auch "Raising Cain" bietet wieder diese ganz besonderen Momente, die den aufmerksamen Filmfreund vor Freude jubeln lassen. Meine Lieblingsszene findet im Polizeirevier statt. Aus einem Gespräch zwischen den Ermittlern und der Psychologin, entwickelt sich ein "Spaziergang" durch das Gebäude. Dieser führt über Treppen, durch Gänge des Bürokomplexes, in einen Aufzug, um im Keller der Gerichtsmedizin zu enden. Diese Szene kommt ohne Schnitte aus, die Kamera begleitet die Akteure äusserst geschickt. Obwohl die Kameraarbeit dabei alles andere als statisch wirkt, kommt nie ein Anflug von hektischem Gewusel auf. De Palma lässt es sich nicht nehmen, innerhalb dieser wundervoll gefilmten Szene, mehrfach herrlich kauzigen Humor einzubauen. Momente dieser Art, das ist für mich ganz, ganz grosses Kino! Selbstverständlich kommt Mr. De Palma nicht ohne den Einsatz der Zeitlupe aus, er dosiert die Menge aber -wie man es von ihm kennt- absolut perfekt, setzt dieses Stilmittel immer im richtigen Moment ein.
Die Besetzung leistet gute Arbeit, allen voran wird John Lithgow gefordert. In den frühen neunziger Jahren hatte Lithgow eindrucksvolle Auftritte als Fiesling, in "Ricochet" (1991) gab er den Gegenspieler des aufstrebenden Denzel Washington (Wann kommt endlich eine vernünftige DVD zu diesem Titel auf den Markt?). Nicht minder bösartig agierte Lithgow in "Cliffhanger" (1993), der zu den besten Filmen mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle zählt. Brian De Palma reduziert seinen Hauptdarsteller aber nicht auf das Böse. Seine gespaltene Persönlichkeit offenbart eine verzweifelte, verletzte Seele, gefangen im gnadenlosen Inferno der eigenen Hölle auf Erden. Die weibliche Hauptrolle wurde mit der attraktiven Lolita Davidovich ansprechend besetzt. Sie gibt sich weniger freizügig, als man es von einigen anderen Damen kennt, die für den Regisseur vor der Kamera standen. Erinnert euch an "Dressed to Kill", in der Angie Dickinson für aus dem Halse hängende Zungen sorgte, nicht nur wegen der sehr heissen *räusper* Duschszene. Die erotischen Momente kommen in "Raising Cain" weniger intensiv daher, ein wenig flüchtiger als vielleicht insgeheim erhofft. Gregg Henry zählt bei De Palma ja gewissermaßen zum Stammpersonal, seine Darbietung als (nur vordergründig) fahriger Kriminalbeamter gefällt. Sein Auftritt leidet leider deutlich unter der deutschen Synchronisation, die aber ansonsten als brauchbar durchgeht. Steven Bauer passt gut in die Rolle des Ex-Stechers, Frances Sternhagen setzt als krebskranke Psychologin ein paar kleine Glanzlichter.
"Mein Bruder Kain" bedient sich bei der eigenen Verwandtschaft älteren Datums, doch ich will solche Vergleiche an dieser Stelle abhaken. Ein Hinweis sei aber noch gestattet. Der zehn Jahre später entstandene "Femme Fatale", würde ein interessantes Double Feature mit "Raising Cain" abgeben. Wer einen der beiden Filme mag, wird sich mit ziemlicher Sicherheit auch für den anderen Erguss begeistern können. Es soll nicht verschwiegen werden, dass beide Werke mit den gleichen "Problemen" zu kämpfen haben. Sie wurden als Mainstreamthriller für die breite Masse vermarktet, zumindest versuchte man dies, doch das Unterfangen scheiterte. Wer von Brian De Palma Popcornkino wie z.B. "The Untouchables" (1987) oder "Mission: Impossible" (1996) erwartet, könnte bei der Sichtung von "Femme Fatale" und "Mein Bruder Kain" eine böse Überraschung erleben. Diese liebevoll inszenierten Werke sind sehr persönliche Beiträge, denen man das Herzblut des Machers in jedem Moment ansieht. Es handelt sich aber nicht um Filme, die sich in die Schublade "Blockbuster" pressen lassen. Glücklicherweise verwöhnt De Palma den Filmfreund immer wieder mit solchen Perlen. Ich gebe aber gern zu, dass mir auch Filme wie die beiden oben genannten "Blockbuster" zusagen, so sieht gelungenes Popcornkino aus.
Da ich "Femme Fatale" erst vor wenigen Tagen im Player hatte, fällt der Vergleich mit "Mein Bruder Kain" sehr leicht. "Femme Fatale" finde ich ein wenig ansprechender und ästhetischer als "Mein Bruder Kain", dies gilt für die technische Umsetzung, die Besetzung und das Drehbuch. Für "Raising Cain" gibt es solide 7/10 (gut). Doch ich weise erneut darauf hin, dass der Film seine Ecken und Kanten hat, an denen sich einige Zuschauer übel anstossen werden. Die DVD aus dem Hause Universal gibt es zum kleinen Preis. Die gebotene Qualität möchte ich als brauchbar bezeichnen, als Bonus wird lediglich ein Trailer geboten. Erfreulicherweise ist aber der englische Originalton mit an Bord, welcher die deutsche Synchronisation deckelt.
Lieblingszitat:
"Du hilfst uns nicht, du stehst nur im Weg!"
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 Sexual-Terror der entfesselten Sofakartoffel (mehligkochend)
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TommyDLX
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Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehen: Verfasst: Sa 31. Jul 2010, 20:03 |
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Registriert: Fr 21. Nov 2008, 14:22 Beiträge: 1615 aka: Dis wo ich herkomm'
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Weiter in den Van Damme Wochen bei Tommy  : "Bloodsport"Geil! Hatte ich vor vielen Jahren mal zur Hälfte aus dem Fernsehen aufgenommen (VHS voll - wie oldschool  ), nun im Ganzen auf der MGM-DVD genossen...und einen der besten Van Damme Filme bisher damit entdeckt... die kickt und fightet hier wie ein Gott, bekommt aber Bodybuilder Bolo Yeung schon ein wenig die Show gestohlen...dessen absolut hassenswerter Auftritt verdient schon irgendwie einen Preis für den besten Filmgegner oder so... Na auf jeden Fall ein toller, zeitloser Klassiker (10/10), zu dem ich im Anschluss... "Kickboxer"...sah, der ähnliche Stärken hat, aber nicht so gut ist... das Thailand Setting ist ebenfalls sehr schön und die Trainingssequenzen auf Eastern-Niveau, allerdings waren die richtigen Kämpfe dann doch etwas schwächer...was wohl am etwas unausgearbeiteten Muay Thai Stil wie auch an den Kampfbedingungen des Finales lag...gefiel mir alles in allem trotzdem (8/10), besser hingegen war nur noch... "Karate Tiger"Auch an den meinte ich mich stellenweise noch erinnern zu können, denn hier serviert uns Corey Yuen reinste 80er Kost! Obwohl das nahezu komplette Produktionsteam aus HK stammt, wurde mit US-Darstellern ein wirklich grooviger Martial Arts Teeniefilm gedreht, sozusagen das "High School Musical" der 80er... Einzig die Bruce Lee Idee war etwas schwach ausgearbeitet, zumal der unbekannte Darsteller (ein Koreaner, der ebenfalls mal in einem von Lee gepostetem Video zu sehen war) nicht wirklich ins Gesamtbild passt... dafür aber ein herrlich fieser van Damme in richtig guten Fights! 9/10 "The Shepherd"Richtig guter Neuzeit B-Actioner von Isaac Florentine, der mir schon mit "Ninja" positiv ausfiel... dessen Hauptakteur Scott Adkins hier einen beachtlichen Endfight mit Mr. Van Damme hat, der neben der unspektakulären Story die Hauptbewerbung auf Filmsichtung abgibt...ein richtig guter, kurzweiliger und anspruchsloser Actionfilm, in dem es ab und an auch mal richtig rummst... für nebenbei und gesenkte Ansprüche sehr ordentlich! 8/10 "Knock Off"Enttäuschendes US-Debut von Tsui Hawk, von dem ich mir viel mehr versprochen hatte... die Idee einer Actionkomödie in HK fand ich richtig gut, aber das hier ist ein halbgarer Comic...mit unerklärlichen Superfähigkeiten von Jean Claude und Logiklöchern und Gratergröße... auch die Action ist zu lahm und überdreht inszeniert, der Humor um Nervtöter Rob Schneider geht einem auf den Senkel... 5/10
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 Na, meint ihr mir stehen lange Haare? ^^
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Lee
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Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehen: Verfasst: Sa 31. Jul 2010, 23:19 |
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Registriert: So 18. Nov 2007, 16:40 Beiträge: 1307 aka: Forums Schatten
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TommyDLX hat geschrieben: Weiter in den Van Damme Wochen bei Tommy  : "Karate Tiger"Einzig die Bruce Lee Idee war etwas schwach ausgearbeitet, zumal der unbekannte Darsteller (ein Koreaner, der ebenfalls mal in einem von Lee gepostetem Video zu sehen war) nicht wirklich ins Gesamtbild passt... Kim Tai Jung,Bruce Lee Double in Mein letzter Kampf (Game of Death) und Der letzte Kampf der Todeskralle (Tower of Death) 
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Blap
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Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehen: Verfasst: Mo 2. Aug 2010, 00:19 |
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Registriert: Fr 11. Jul 2008, 14:49 Beiträge: 973
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Frankenstein's Bloody Terror (Spanien, Deutschland 1968, Originaltitel: La marca del Hombre-lobo, Deutscher Titel: Die Vampire des Dr. Dracula)
Ein umherziehendes Pärchen findet Unterschlupf in einem herrschaftlichen Anwesen, das schon seit längerer Zeit unbewohnt ist. Man erzählt sich unheimliche Geschichten über den letzten Besitzer. Er soll ein Werwolf gewesen sein, der mit einem silbernen Dolch getötet wurde. Auf der Suche nach vergessenen Reichtümern, öffnen die Herumtreiber einen schweren, alten Sarg. Darin finden sie eine Leiche vor, in deren Brust ein silberner Dolch steckt. Die Gier obsiegt, der Werwolf erwacht, das Paar verstirbt. Die Anwohner des nahen Dorfes wollen das Monster stellen, um es erneut zur (möglichst ewigen) Ruhe zu betten. Auch der im Ort skeptisch beäugte Waldemar Daninsky (Paul Naschy) nimmt an der nächtlichen Hatz teil. Der in seiner Nähe laufende Rudolph (Manuel Manzaneque), wird plötzlich vom gefürchteten Werwolf attackiert, Waldemar kann den jungen Mann retten, wird dabei aber selbst von der Bestie angefallen und gebissen. Das Resultat ist so klar wie erschreckend, immer wenn der volle Mond am Himmel steht, wird sich Waldemar in einen rasenden Werwolf verwandeln. Rudolph und Janice (Dyanik Zurakowska) wollen dem Unglücklichen helfen. Rudolph steht loyal zu seinem Retter, obwohl seine Angebetete Janice sich in Waldemar verliebt hat, Rudis Ambitionen daher im Sande verlaufen. Man ruft einen Gelehrten namens Mikhelov herbei, von dem man sich Hilfe für den gepeinigten Waldemar erhofft. Dr. Janos Mikhelov (Julián Ugarte) stellt sich als Sohn des Gesuchten vor. Doch er und seine Begleiterin Wandessa (Aurora de Alba) entpuppen sich als blutgierige Vampire, denen der Sinn keineswegs nach guten Taten steht...
Mit "La marca del Hombre-lobo" feierte der kultigste und liebenswerteste Werwolf der Filmgeschichte seinen Einstand, Paul Naschy ist hier zum ersten Mal in seiner Paraderolle als Waldemar Daninsky zu sehen. Wie man sich lebhaft vorstellen kann, war es zur damaligen Zeit kein leichtes Unterfangen, in Spanien einen Horrorfilm zu drehen, denn das Regime des unseligen General Franco, hielt das Land noch fest unter der Knute. Umso bewundernswerter ist das Ergebnis, mit der finanziellen Unterstützung deutscher Produzenten, gelang Regisseur Enrique López Eguiluz ein äussert atmosphärischer Horrorstreifen. Für das Drehbuch sorgte Paul Naschy höchstpersönlich, der im späteren Verlauf seiner Karriere auch bei einigen Filmen Regie führen sollte. Bereits hier sind alle Zutaten für einen zünftigen Waldemar Daninsky Kracher vorhanden, sogar der Kampf gegen Vampire ist ein wichtiges Element des Films. Sicher, die Inszenierung wirkt hier und da noch ein wenig unbeholfen, der Werwolf sieht in den folgenden Filmen deutlich besser aus. Doch diese vordergründigen Unzulänglichkeiten, lassen den Daninsky-Erstling letztlich noch sympathischer und knuffiger wirken, als er ohnehin schon über den Bildschirm flackert. Die Kulissen sind prächtig, sie untermalen das Geschehen ganz wundervoll. Paule legt sich kräftig ins Zeug, egal ob als leidender Mensch oder wilder Werwolf. Dank der guten Leistungen der gesamten Besetzung, macht "La marca del Hombre-lobo" zu jeder Sekunde Freude, auch wenn es natürlich noch weniger wüst zugeht, als man es aus späteren Daninsky/Naschy Filmen kennt. Manuel Manzaneque und Dyanik Zurakowska haben es als nettes Jungvolk nicht leicht für Glanzlichter zu sorgen, für diese stehen naturgemäß die Monster, doch das Spiel der guten Helferlein erscheint durchweg angenehm, warmherzig. Julián Ugarte ist in der Rolle des fahlen Blutsaugers ganz grosse Klasse, zusätzlich wirft er eine Schippe Irrsinn ins Höllenfeuer, wenn er reichlich grotesk durch die nächtliche Landschaft tänzelt. Seine weibliche Begleitung Aurora de Alba ist ein echter Blickfang, wer würde sich von dieser Dame nicht gern anknabbern lassen?
Wer auf technisch perfekt abgespulte Unterhaltung aus ist, wird mit diesem Film sicher nicht glücklich werden. Wer aber ein Herz für kleine Gruselschocker aus den späten sechziger Jahren hat, der findet in "La marca del Hombre-lobo" eine sehenswerte Ergänzung zu den bewährten Perlen von Hammer und Amicus. Die Briten waren ohne Zweifel weitaus routinierter unterwegs, doch ich möchte die südeuropäischen Ergüsse aus dieser Zeit keinesfalls missen. Was an Geld und Erfahrungswerten fehlt, wird durch viel Herzblut und Einfallsreichtum locker wettgemacht. Im Titel für den englischsprachigen Raum wurde der alte Frankenstein bemüht, doch weder mit Dr. Frankenstein noch dessen Monster, bekommt es der geneigte Zuschauer zu tun. In dieser Hinsicht ist der Hinweis des deutschen Titels auf Dracula nicht ganz so unsinnig, wobei auch dieser selbstverständlich an den Haaren herbeigezogen wurde. Aber solche Merkwürdigkeiten ist man als Fan gewöhnt, sie gehören schlicht und ergreifend zum "Gesamtpaket".
Eines macht der Genuss des Films unmissverständlich klar, der Ende November 2009 verstorbene Paul Naschy hinterlässt eine grosse Lücke, eine nicht zu schliessende Lücke. Seine Filme bleiben, aber es gibt in dieser Hinsicht noch viel zu tun. Etliche Titel harren einer angmessenen Auswertung, die Hoffnung auf solide Veröffentlichungen gebe ich nicht auf. Der erste Daninsky Film ist in brauchbarer Form zu bekommen, dank der guten DVD von Shriek Show, bei der es lediglich die RC1 Beschränkung zu beachten gilt. Die Bildqualität reisst keine Bäume aus, doch der historische Anstrich steht dem Film gar nicht so schlecht zu Gesicht. Ich kann mit der DVD gut leben, doch wer die wirklich sehr ansprechenden Naschy Scheiben von BCI kennt, dem wird vielleicht ein kleiner Seufzer über die Lippen schleichen. Beim Bonusmaterial hat sich Shriek Show allerdings in Zeug gelegt. Es gibt ein sehr interessantes Interview mit Paul Naschy zu sehen, entfernte/erweiterte Szenen aus dem Film sind an Bord, dazu runden Trailer, diverses Bildmaterial und ein kleines Booklet das Paket ab.
Jede gepflegte Gruselsammlung sollte diesen Film beinhalten. Für Waldemars ersten Streich gibt es feine 7/10, auf den Wohlfühl- und Knuffigkeitsfaktor muss ich nicht hinweisen, der liegt erneut jenseits der 10/10!
Vielen Dank für die schönen Stunden, lieber Jacinto Molina Álvarez.
Lieblingszitat:
"You've got to shoot me. Please don't let me murder again."
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 Sexual-Terror der entfesselten Sofakartoffel (mehligkochend)
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Dani
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Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehen: Verfasst: Di 3. Aug 2010, 19:03 |
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Registriert: Fr 16. Apr 2010, 19:37 Beiträge: 97
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TommyDLX hat geschrieben: "Bloodsport" ... bekommt aber Bodybuilder Bolo Yeung schon ein wenig die Show gestohlen...dessen absolut hassenswerter Auftritt verdient schon irgendwie einen Preis für den besten Filmgegner oder so...
Bolo ist (auch ohne Van Damme) ganz klar einer der allerliebsten, allerbesten und fiesesten Filmgegner und -bösewichte! 
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Blap
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Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehen: Verfasst: Di 3. Aug 2010, 22:51 |
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Registriert: Fr 11. Jul 2008, 14:49 Beiträge: 973
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Ilsa - Die Tigerin (Kanada 1977, Originaltitel: Ilsa the Tigress of Siberia)
Wir schreiben das Jahr 1953. Ilsa (Dyanne Thorne) leitet ein Gefangenenlager in Sibirien. Den Tag vertreiben sich Ilsa und ihre Helferlein mit der Erniedrigung und Folter der Insassen. Wer einen verzweifelten Fluchtversuch startet, wird nach der Ergreifung umgehend zur Ordnung gerufen. Damit die anderen Gefangenen nicht auf seltsame Gedanken kommen, wird kurzerhand der dicke Hammer ausgepackt, mit dessen Hilfe das Köpflein des Ausbrechers zu Mettgut verarbeitet wird. Die Nächte sind heiss, Ilsa lässt sich von ihren Kosaken besteigen. Ihr Höhlensystem erweist sich dabei als vollständig begehbar, in ihrer Gier bespielt sie zwei Orgelpfeifen zur gleichen Zeit. Als Stalin plötzlich den Löffel reicht, muss Ilsa überstürzt die Flucht ergreifen. Das Lager brennt man bei der Flucht nieder, inklusive der eingeschlossenen Gefangenen... ...inzwischen befinden wir uns im Jahr 1977. Ilsa lebt in Montreal, mit eiserner Härte hat sie sich ein Imperium aus Prostitution, Gewalt und Mord aufgebaut. Als die Überwachungskamera in das Wartezimmer eines Bordells blickt, erkennt Ilsa einen alten "Bekannten" auf dem Monitor...
Nach "Ilsa - Die Hündinnen von Liebeslager 7" (1975) und "Ilsa - Haremswächterin des Ölscheichs" (1976), folgte 1977 der dritte Streich der gestrengen Peitschenherrin. Der erste Abschnitt in Sibirien weckt Erinnerungen an den ersten Ilsa Film, nur handelt unsere Lieblingssadistin diesmal im Auftrag der Kommunisten, aber was macht das schon für einen Unterschied? Die winterliche Kulisse sorgt für eine gelungene Optik, ferner lässt sich auch im Schnee allerlei Schabernack mit den Gefangenen anstellen. Nach dem gelungenen Auftakt in Sibirien, sorgt die Sause auch in Montreal für beste Laune. Ilsa gibt sich als "Tigerin" besonders riemig. Noch ein wenig ausufernder als üblich, lässt sie sich von ihren Mitarbeitern bestücken und beglücken. Die 24 Jahre sind offensichtlich spurlos an der Rittmeisterin vorbeigezogen. Lediglich ihre Frisur wirkt noch ein strenger, während ihre beiden besten Argumente nach wie vor den Saugreflex anregen. Die übrigen Figuren verblassen neben Dyanne Thorne, doch dank der ausgeprägten Knallschotigkeit einiger Teilnehmer, wissen auch die Unterstützungstruppe und das Kanonenfutter gut zu unterhalten.
Ilsas erster Auftritt war der härteste, in der Wüste ging es dafür noch irrer zu, der dritte Aufguss in Sibirien und Kanada bietet das beste Drehbuch der Reihe. Natürlich ist das Treiben nach wie vor geschmacklos und grotesk, es wurde jedoch ein mehr Wert auf die Handlung gelegt. Besonders die zweite Hälfte sorgt immer wieder für herrliches Sleaze-Feeling, schäbige siebziger Jahre Atmosphäre der besten Sorte. Wer die beiden Vorgänger mochte, dürfte auch mit Ilsas drittem Peitschenhieb glücklich werden. Für Einsteiger scheint mir dieser Streifen sogar die beste Wahl zu sein, denn "eigentlich" ist die "richtige" Reihenfolge bei der Sichtung nicht zwingend notwendig (Ich rate aus Gründen des schlechten Geschmacks trotzdem dazu, mit den kranken Entgleisungen des ersten Teils zu beginnen).
Die DVD von XT präsentiert auch den dritten Ilsa Streifen ungekürzt. Die gebotene Qualität geht in Ordnung, ist aber nicht für Pixelonanisten geeignet. Die "Limited Special Edition" beherbergt die drei DVDs in einem schicken Mediabook, welches durch einen transparenten Schuber geschützt wird.
Legt man "objektive" Maßstäbe an, ist "Ilsa - Die Tigerin" vermutlich der beste Film der Reihe. Ich sehe ihn auf Augenhöhe mit dem Erstling "Ilsa - Die Hündinnen vom Liebeslager 7", der mich mit seiner fiesen Art ebenso begeistern konnnte. Daher setzt es auch für Ilsas Ausflug nach Sibirien und Kanada dicke 7,5/10 (gut bis sehr gut, mit Tendenz zu 8/10)!
Lieblingszitat:
"Dein Körper ist so warm und weich, du bist so wild wie unsere Mutter Rußland." "Ihr seid meine besten Hengste, ihr seid meine Stiere!"
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 Sexual-Terror der entfesselten Sofakartoffel (mehligkochend)
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Blap
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Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehen: Verfasst: Mi 4. Aug 2010, 21:45 |
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Registriert: Fr 11. Jul 2008, 14:49 Beiträge: 973
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Der Mann mit dem Glasauge (Deutschland 1969, Originaltitel: Der Mann mit dem Glasauge)
Eine Tänzerin vergnügt sich mit ihrem Geliebten in einem Hotelzimmer. Plötzlich taucht eine maskierte Gestalt auf, tötet den Burschen mit einem gezielten Messerwurf und verschwindet unerkannt. Das Mädchen namens Leila kommt zunächst mit dem Schrecken davon, wird jedoch wenig später Opfer eines perfiden Giftanschlags. Inspektor Perkins (Horst Tappert) und sein Mitarbeiter Sergeant Pepper (Stefan Behrens) nehmen die Ermittlungen auf, selbstverständlich unter den kritischen Blicken ihres Vorgesetzten Sir Arthur (Hubert von Meyerinck). Die Nachforschungen führen Scotland Yard in einen Billiard-Club. Dort gehen vermutlich illegale Geschäfte über die Tische, doch Sir Arthur mag seinen Beamten keinen Glauben schenken. Das Mordopfer Leila war Mitglied der "Las-Vegas-Girls", als ein schleimiger Lappen zwei weitere Damen aus der illustren Truppe entführen will, wird auch er von einem Unbekannten per Messerwurf gekillt. Die Lage scheint zunehmend unübersichtlicher, denn irgendwer hat es auf die "Las-Vegas-Girls" abgesehen, gleichzeitig tötet ein rätselhafter Messerwerfer diverse Schurken. Welche Bedeutung haben die immer wieder auftauchenden Glasaugen? Welche Rolle spielt die Tänzerin Yvonne Duval (Karin Hübner), die von dem nervösen Bruce Sharringham (Fritz Wepper) umworben wird? Führt die Spur des Mörders zu Bruce, der ganz offensichtlich ein Problem mit Drogen hat...???
"Der Mann mit dem Glasauge" wurde Ende 1968 gedreht, bereits im Februar 1969 erstrahlte der Film auf den Leinwänden der Republik. Wie so oft führte Alfred Vohrer Regie. Der emsigste aller Wallace Regisseure, verabschiedete sich mit seinem insgesamt 14. Beitrag aus der Filmreihe von Rialto. Ein üppiger Anteil am Gesamtwerk, geht damit auf sein Konto. Insgesamt brachte es die Serie auf 32 Filme, nach "Der Mann mit dem Glasauge" folgten noch vier weitere Titel. Für diese Produktion griff man erneut auf bewährtes Personal zurück. Neben Vohrer war es auch für einige andere gestandene Mitarbeiter, der endgültige Abschied aus dem Wallace Universum. Mit Vohrer ging dessen knuffige Assistentin Eva Ebner. Vor der Kamera waren es die finalen Auftritte für Ilse Pagé, Harry Wüstenhagen, Jan Hendriks und Hubert von Meyerinck, um nur einige Namen zu nennen. Die Musik komponierte wie so oft Peter Thomas, der den peppigen Vorspann mit einem herrlichen Groove untermalt, sofort ist für beste Laune gesorgt. Karl Löb zeichnet für die Kamera verantwortlich, wie immer ist seine Arbeit ohne Fehl und Tadel. Wie schon die zeitnah gedrehten Vorgänger, atmet auch dieses Werk den Geist der späten sechziger Jahre in vollen Zügen. Die Farben leuchten in aller Pracht. Sie sorgen damit für diese wohlige Atmosphäre, in die ich immer wieder gern eintauche. Alfred Vohrer baut bekanntlich gern kleine Ferkeleien und/oder schlüpfrige Anspielungen ein. So müssen wir auch hier nicht auf eine kleine Prise Möpse und Popo verzichten, vermeintlich verdorbene Dialoge inklusive. Ein ganz offenkundig schwules Pärchen darf kurz für Stimmung sorgen. Für Vohrer sicher eine Genugtuung, welche für die damalige Zeit recht gewagt erscheint. Dieser dezent subversive Unterton, macht den Film gleich noch eine Portion sympathischer. Der geneigte Fan bekommt die gesamte Palette an Wallace Köstlichkeiten geboten: Herrliche Dialoge, schräge Vögel und groteske Momente, einen zupackenden Ermittler und dessen beknackten Assistenten, den völlig unfähigen Yard Chef und Lustmolch, Albernheiten und Tragik, hier und da ein bißchen Sex, Drogen und Groove. Die "Messermorde" fallen recht blutig aus, die Farbe des Blutes weckte in mir Assoziationen mit den wundervollen Gruselschockern von Hammer und Konsorten.
Ein kurzer Blick auf die Darsteller. Horst Tappert gefiel mir schon in "Der Gorilla von Soho" sehr gut, der äüsserst positive Eindruck bestätigt sich hier. Einen kleinen Schwachpunkt stellt die Besetzung des Sergeant Pepper dar. Uwe Friedrichsen spielte das leicht debile Helferlein von Tappert im besagten "Gorilla von Soho, leider war er für "Glasauge" nicht verfügbar. Stefan Behrens übertreibt es mit den Albernheiten, doch schlimmer als das was er sagt, ist die Art und Weise wie er es vorträgt. Diese krächzige Stimmchen ist kaum zu ertragen. Es sollte auch nicht unterschlagen werden, dass die Chemie zwischen Tappert und Friedrichsen weitaus stimmiger war. Der zweite Irre im Bunde wird erneut von Hubert von Meyerinck dargestellt. An ihn hat man sich inzwischen gewöhnt, auch wenn er nie die liebenswerte Seltsamkeit einen Sir John (Siegfried Schürenberg) erreicht. Immerhin hat seine Sekretärin Mabel (Ilse Pagé) sich auch endlich mit Sir Arthur abgefunden, die beiden flirten gar heftig miteinander (Wehe, wenn Sir John davon Wind bekommt...). Frau Pagé gibt sich hier generell ein wenig frivoler als üblich, sehr angenehm. Die weibliche Hauptrolle wurde mit Karin Hübner zwar durchaus sympathisch, aber ein wenig zu unscheinbar besetzt. Unscheinbar nicht in der Hinsicht auf die optischen Qualitäten der Dame, ihr Spiel (und die Anlage der Rolle) geben nicht allzu viel her. Andererseits mag diese Ausrichtung für den Gesamteindruck notwendig sein, darauf kann ich wegen Spoilergefahr nicht näher eingehen. Eine ganz starke Leistung bekommen wir von Friedel Schuster zu sehen, die als kalte und hartherzige Tyrannin geradezu brilliant aufspielt. Fritz Wepper war mir noch nie besonders angenehm, ich akzeptiere ihn als Sklave von Derrick, seinen späteren Chef trifft er hier übrigens zum ersten Mal vor der Kamera. Der stets verschwitzte, gehetzte Jüngling steht im gut zu Gesicht, er liefert eine solide und glaubwürdige Vorstellung ab. Es würde den Rahmen eines Kurzkommentares sprengen, wenn ich nun alle Mitwirkenden erwähnen würde. Auf die sehr gelungenen Auftritte von Harry Wüstenhagen, Jan Hendriks und Rudolf Schündler, sei mir trotzdem ein kurzer Hinweis gestattet. Die kleine Rolle von Ewa Strömberg erfreute meine entzündeten Augen, ich hätte die schöne Schwedin gern ausführlicher zu Gesicht bekommen. Zum Abschluss sei noch erwähnt, dass Iris Berben in einer kleinen Nebenrolle zu sehen ist.
Der 28. Edgar Wallace Film aus dem Hause Rialto. Damit ist auch die Zeit für die letzte der acht DVD-Boxen angebrochen, die insgesamt fünf Filme an Bord hat. "Der Mann mit dem Glasauge" wird durch folgende Titel ergänzt:
- Das Gesicht im Dunkeln - Die Tote aus der Themse - Das Geheimnis der grünen Stecknadel - Das Rätsel des silbernen Halbmonds
Mein persönlicher "Wallace Marathon" steuert unaufhaltsam auf die Ziellinie zu. Es wird ein erhabenes Gefühl sein, all diese Perlen innerhalb weniger Monate geschaut zu haben. Ein wenig wehmütig stimmt es mich auch, doch bekanntlich ist nach der Sichtung vor der Sichtung! Für ein endgültiges Fazit ist es noch zu früh, doch das Unternehmen hat mir bereits jetzt jede Menge Freude bereitet. Alte Schätzchen aus der Jugend wurden erneut geschaut, vergessene Perlen ausgegraben, mancher Titel gar der Erstsichtung zugeführt. Nebenbei steht noch "Der Teufel kam aus Akasava" an. Eine Wallace Verfilmung von CCC-Film, bei der Jess Franco Regie führte. Dazu nach erfolgter Betrachtung mehr.
"Der Mann mit dem Glasauge" schafft es nicht in die vorderen Ränge meiner "Wallace Rangliste", doch bei einem derart starken Feld, soll dies nun wahrlich kein Mangel sein. Alfred Vohrers Abschied hat mich gut unterhalten, kleine Schwächen mag ich dem Streifen nicht ankreiden. Es reicht ganz locker für 7/10 (gut), die Tendenz weist in Richtung "gut bis sehr gut".
Lieblingszitat:
"Aha! ...und wie lange soll ich blasen?" "Wie ich schon sagte, bis er ganz steif ist!" (Nein, dieses Zitat hat nichts mit Sex zu tun! Ihr Ferkel!)
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 Sexual-Terror der entfesselten Sofakartoffel (mehligkochend)
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Blap
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Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehen: Verfasst: Do 5. Aug 2010, 23:06 |
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Registriert: Fr 11. Jul 2008, 14:49 Beiträge: 973
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Friedhof der Kuscheltiere (USA 1989, Originaltitel: Pet Sematary)
Der Mediziner Louis Creed (Dale Midkiff) zieht mit seiner Familie von Chicago in den Bundesstaat Maine. Louis und seine Frau Rachel (Denise Crosby), die beiden Kinder Ellie (Blaze Berdahl) und Gage (Miko Hughes), leben sich schnell in der beschaulichen Gegend ein. Der freundliche Nachbar Jud (Fred Gwynne) ist ein älterer Herr, zwar ein wenig verschroben, doch man versteht sich auf Anhieb gut. In der Nähe des Hauses führt ein schmaler Weg in den Wald. Jud zeigt seinen neuen Nachbarn wohin dieser Pfad führt. Einst errichtete man einen kleinen Friedhof für Haustiere, der später mit Hilfe der Landstrasse regen Zugang verzeichnen konnte. Die Idylle des Landlebens wird durch dieses morbide Detail nicht nachhaltig gestört. Der tatsächliche Schönheitsfehler ist die Landstrasse, an der das Haus der Creeds liegt, über die ständig dicke Trucks mit hoher Geschwindigkeit rasen. Es kommt wie es kommen muss, eines Tages findet Louis die geliebte Katze seiner Tochter tot auf. Da Frau und Kinder momentan nicht zuhause weilen, will der besorgte Vater das Tier in aller Stille verscharren. Die anstehende Seelenqual, die seine Tocher heimsuchen wird, bereitet im selbst sehr grosse Pein. Doch Nachbar Jud kommt mit einer rettenden Idee aus der Kiste. Er unternimmt mit Louis und dem Kadaver einen Spaziergang, welcher die Wanderer zu einem alten Indianerfriedhof führt. Louis soll die tote Katze dort verbuddeln und abwarten. Tatsächlich geschieht das Unfassbare, am nächsten Tag taucht das Tier wieder auf! Allerdings hat sich der Vierbeiner verändert, verhält sich aggressiv und befremdlich. Der wahre Schrecken soll aber erst einige Zeit später über die Familie hereinbrechen. Der kleine Gage rennt auf die Strasse, ein Truck prescht erbarmungslos auf das Kind zu...
Als "Friedhof der Kuscheltiere" 1989 in die Kinos kam, sorgte der Film für einige Aufmerksamkeit. Im Freundeskreis war meine Begeisterung für Horrorfilme selbstverständlich bekannt, ergo legte man mir den Film mit Nachdruck an Herz. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass ich nach der Sichtung stinksauer war, der Film hat mir damals überhaupt nicht gefallen. Vermutlich war meine Erwartungshaltung übersteigert, vielleicht war ich an dem betreffenden Tag einfach nicht in Form. Da (fast) jeder Film eine zweite Chance verdient, beschaffte ich mir vor kurzem die DVD für ein paar Stücke Kleingeld. Wie schlägt sich der Film inzwischen, nachdem gut zwanzig Jahre ins Land gezogen sind? "Horror auf dem Land" hat bei mir immer Kredit, spielt der Streifen in den USA, gefallen mir besonders die Neuanglandstaaten sehr gut. So kann auch "Pat Sematary" mit hübscher Landschaft punkten, inklusive der für die Gegend typischen Holzhäuser. Die Atmosphäre wird mit zunehmender Laufzeit dichter, gleiches gilt für die Daumenschrauben namens Spannung und Gewalt. Sicher, die Handlung ist sehr vorhersehbar, doch der Plot punktet kräftig, weil er bis zum Schluss konsequent bleibt. Man sollte keine ausufernde Orgie der Gewalt erwarten. Doch die während der letzten halben Stunde, legt sich der Film ordentlich ins Zeug, für ein paar fiese Momente ist gesorgt. Den Höhepunkt des Schreckens will ich nicht verraten, doch der ungleiche Kampf sorgt für wohlige Gruselschauer. Die Darsteller wirken frisch und unverbraucht (Im Sinne von "sieht man nicht alltäglich". Ansonsten glotzt Herr Gwynne nämlich alles andere als frisch aus der Wäsche. Die Furchenfratze des Burschen ist eine wahre Freude). Allerdings bin ich trotzdem ein kleines bißchen zwiegespalten. Die Herren schlagen sich gut, Dale Midkiff und Fred Gwynne passen perfekt in das Geschehen. Der kleine Bengel Miko Hughes kommt im Finale richtig zum Zuge. Sauer aufgestossen sind mir die weiblichen Teilnehmer. Denise Crosby finde ich sehr unsymphatisch, das Kind Blaze Berdahl neigt zur Nervensägerei. Den Spass können mir die beiden Gesichtsruinen aber nicht verderben, soooo schrecklich sind sie dann doch nicht.
"Pat Sematary" ist ansprechend gefilmt, passend ausgestattet, die Atmosphäre stimmt, den Schauspielern kann man keine ernsthaften Vorwürfe machen. Aus heutiger Sicht ist mir unbegreiflich, warum mir der Film damals nicht gefallen hat. Egal, die Scharte ist ausgewetzt, die Anschaffung hat sich gelohnt. Zu Begeisterungsstürmen reisst mich der Film zwar noch immer nicht hin, solide Horrorkost bietet der Streifen aber ohne Zweifel. Für Regisseurin Mary Lambert war "Friedhof der Kuscheltiere" ihr grösster Erfolg. 1992 inszenierte sie den Nachfolger "Pet Sematary II", der nicht an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen konnte. Ich kenne den zweiten Aufguss nicht, werde diesen Zustand aber in absehbarer Zeit ändern. Die akutelle DVD Auflage von Paramount bietet dem Filmfreund ordentliche Qualität an, leider gibt es keinerlei Boni, bei Paramount trauriger Standard. Das Cover ist ein Fehlgriff. Doch schliesslich zählt der Film, von daher kann ich die Scheibe empfehlen. Der Preis fällt moderat aus, mehr als 8€ sollte man nicht ausgeben müssen.
6,5/10 (Mit Tendenz zu 7/10)
Lieblingszitat:
"Wahrscheinlich ist er unterwegs, um sich Hamburger zu holen. Du weisst doch wie die Männer sind, wenn sie alleingelassen werden, mein Kind."
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 Sexual-Terror der entfesselten Sofakartoffel (mehligkochend)
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Blap
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Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehen: Verfasst: Fr 6. Aug 2010, 22:58 |
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Registriert: Fr 11. Jul 2008, 14:49 Beiträge: 973
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The Being (USA 1983, Originaltitel: The Being)
Das kleine Städtchen Pottsville liegt im US-Bundesstaat Idaho, der wichtigste Wirtschaftszweig ist der Anbau von Kartoffeln. Plötzlich verschwinden Menschen auf unerklärbare Weise, es gibt keine brauchbaren Spuren, keine erkennbaren Motive. Detective Mortimer Lutz (Bill Osco) geht als örtlicher Vertreter des Gesetzes der Sache nach, als er plötzlich selbst einem bizarren Monstrum gegenüber steht. Ein widerwärtiges Ungetüm, welches sich auf Menschen stürzt, diese verschleppt und zu Mettgut verarbeitet. Woher stammt diese abscheuliche Kreatur? Gibt es einen Zusammenhang mit der Lagerstätte am Rande der Stadt, in der man fleissig Atommüll unterbringt? Immer wieder erklärte die Industrie mit allem Nachdruck, dass keinerlei Gefahr von dem strahlenden Material ausgehen würde. Selbst der angesehene Wissenschaftler Garson Jones (Martin Landau). wird nicht müde dies in aller Öffentlichkeit zu verkünden, vorzugsweise im regionalen Fernsehprogramm. Mort macht sich bei Bürgermeister Lane (José Ferrer) unbeliebt, weil er diesen auf das Monster hinweist. Ein Zusammenhang mit dem Atommüll kann keinesfalls bestehen. Schliesslich hat die Stadt ganz andere Sorgen, denn verdorbene Individuen wollen einen "Massagesalon" im Herzen des Ortes eröffnen, pfui Deibel!
Regisseurin Jackie Kong kann nur wenige Titel in ihrer Filmgraphie verzeichnen. Der bekannsteste ihrer Streifen dürfte "Blood Diner" (1987) sein, der erst vor wenigen Monaten erneut veröffentlicht wurde. "The Being" ist das Erstlingswerk der Frau Kong. Selbst ein Blinder würde sofort die Entstehungszeit des Films bestimmen können. Das Thema Atomkraft war in den frühen achtziger Jahren in aller Munde, genau wie die Angst vor dem Dritten Weltkrieg. Erwartungsgemäß setzt sich "The Being" zwar nicht ernsthaft mit der Problematik Kernenergie auseinander, doch der sehr humorvolle Umgang mit dem Thema, ist meiner Meinung nach die grösste Stärke des Films. Ein Wissenschaftler spricht davon, wie harmlos doch Radioaktivität im Trinkwasser sei. Weder Flora noch Fauna würden Schaden nehmen, der Mensch sowieso nicht. Da passt es vortrefflich ins Bild, dass am Schauplatz in erster Linie Nahrungsmittel produziert werden. Nebenbei prangert er den moralischen Verfall an, die Pornographie wird als Geißel der Menschheit ausgemacht. Der ironische Ton ist geistreicher als man zunächst vermuten mag, ansonsten haben wir es mit einer eher hirntoten Sause zu tun. Den Gipfel des Irrsinns stellt eindeutig die Kreatur dar. Zunächst bekommt man sie kaum zu Gesicht. Ab und an sieht es so aus, als würde man einen verdreckten und gefüllten Schlafsack durchs Bild werfen. Im Finale präsentiert man uns das Geschöpf, der Monsterfreud wird dabei manches Lachtränchen vergießen, dessen bin ich mir sicher! Stellt euch eine Mischung aus Ridley Scotts "Alien" und Steven Spielbergs "E.T." vor, übergossen mit Schleim, annährend lebensnah wie ein defekter Pappaufsteller.
So ungelenk wie das Monster, so wenig gelungen scheint mir auch der Schnitt. Keine Ahnung woran es lag, vielleicht war der Cutter auf Dope, vielleicht besoffen, vielleicht aber auch schlicht und ergreifend ein talentfreier Pfeifenkopf. Regie und Kamera bleiben recht unauffällig, die Kamera ist (besonders während der Monsterszenen) nicht immer auf der Höhe der Ereignisse. Aber letztlich ist diese Tatsache eine glückliche Fügung, das Geschöpf des Grauens muss nicht allzu oft bestaunt werden, mein Zwerchfell dankt. Hauptdarsteller Bill Osco glotzt ab und an reichlich dämlich aus der Wäsche, passt aber genau aus diesem Grunde prima in die Rolle des Kleinstaftbullen. Martin Landau hatte beim Dreh entweder diebisches Vergnügen... ...oder war völlig zugedröhnt. Er spielt den fragwürdigen Wissenschaftler dermaßen übertrieben, hier kann man nur von Genie oder Drogenmißbrauch ausgehen (oder beide Mutmaßungen treffen zu!?). José Ferrer steht als unwilliger Bürgermeisterkauz, unter dem Pantoffel seiner zur Hysterie neigenden Gattin. Die Freundin des Helden Mort, wird von einer Dame namens Marianne Gordon gespielt, unscheinbar und unaufdringlich.
"The Being" ist ein nettes Monsterfilmchen. Nur Freunde des Genres werden sich dafür erwärmen können. Recht unscheinbaren Darstellern (mit Ausnahme von Martin Landau), steht ein mißlungenes Monster gegenüber. Dieses Teil ist so schlecht geraten, dass es wirklich schon wieder Freude macht. Mettgut spielt eine untergeordnete Rolle, spektakuläre Auswüchse gibt es nicht zu sehen. Wie ich weiter oben erwähnte, ist die Stärke von "The Being" sein köstlicher Humor. In Kombination mit den liebenswerten Schwächen, ist ein schmackhaftes Menü für den kleineren Hunger das Resultat. Ein Kurzkommentar dieser Art mag zwar unpassend erscheinen, doch ich wundere mich darüber, wie gleichgültig wir heute mit dem Thema Atomkraft/Atommüll umgehen. Klar, die Präsenz in den Medien ist nach wie vor gegeben. Aber wo bleibt der zornige Aufschrei, der die Menschen zu Millionen auf die Strasse treibt? Heute sind die Probleme grösser denn jemals zuvor. Die Atomkraftwerke werden mit zunehmendem Alter wohl kaum sicherer, es gibt kein geeignetes Endlager für den strahlenden Müll, die Laufzeiten der Reaktoren sollen verlängert werden... ...vor dreissig Jahren war der Protest intensiver und empörter. Was zum Geier ist mit uns los???
Der Film ist in Deutschland von Shock Entertainment und X-Rated verfügbar. Während die X-Rated Scheibe wie üblich in einer grossen Hartbox daherkommt, bietet Shock Entertaiment uns ein Amaray im stablien Schuber an. Im Amaray findet man vier "Collector Cards" mit Motiven aus dem Film vor. Die DVDs sind meiner Information nach identisch. Ich habe daher zur günstigeren Variante von Shock Entertainment gegriffen. Eine Besonderheit ist bei beiden Auflagen zu beachten, der Film liegt nicht in PAL vor. Es handelt sich nicht um einer grausige Ruckelwandlung, sondern tatsächlich um NTSC. Man hat vermutlich die US-DVD als Vorlage benutzt. Heutige Gerätschaften sollten damit keine Probleme haben, doch der Hinweis sei mir trotzdem gestattet.
Monstertrash mit diversen Schwächen, knuffig und sympathisch. 6/10
Lieblingszitat:
"Verdammt nochmal... ...was ist das für ein klebriger Scheissdreck!?"
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Zuletzt geändert von Blap am So 8. Aug 2010, 01:47, insgesamt 1-mal geändert.
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